04.06.2016

1756..steht für Innovation: Die Douro DOC

Eines der ältesten definierten Weinanbaugebiete der Welt ist gleichzeitig auch die innovativste Region in Portugal: die Douro DOC. Spricht man über den Douro, denkt man an die dramatische Flusslandschaft mit Steilterrassen, an die steinernen Lagares-Becken in denen die Trauben mit Füssen gepresst werden und an die jahrhundertealte Kultur des schiffbaren Weins: dem Portwein. Dieses Bild ändert sich gerade bei den Weinkritikern. Die Douro Boys: Quinto do Vallado, Quinta do Crasto, Quinta Vale de Maria, Nieeport, Quinta Vale Meao haben Ende der 80er Jahre das Potential des bis dahin unbekannten trockenen Weins bekannt gemacht und unglaublich gute Weine mit viel Extrakt und hervorragendem Tannin kultiviert. Dabei kombinieren sie die Tradition mit moderner Technik. Als ich das erste Mal Weine von dem Weingut Quinta do Crasto und Christiano van Zeller getrunken habe , war ich an hervorragende Cru bourgeois aus dem Bordeaux erinnert.

Für mich sind es außergewöhnliche Weine, die eine perfekte Harmonie von tiefgründigen Aromen von dunklen Früchten und feinkörnigem, präsentem Tannin. Sie sind langlebig und zeichnen durch ihre mineralische Note den Granitschiefer wieder.

Dirk Nieeport ist ein Botschafter für portugiesische Weine und Wegbereiter für den modernen Weinen mit vielen seiner umstrittenen Entscheidungen: die Absage an den traditionellen Anbau von Mischkulturen durch die Etablierung von reinsortigen Rebanlagen.

Nähern wir uns von der Hafenstadt Porto aus 80 km landeinwärts dem Fluß Douro folgend, gelangt man nach dem Passieren des Gebirges Serra de Estralla ( ca. 1900m ) an das 38000 ha große Weinanbaugebiet. Es dient als Wetterscheide für den maritimen, feuchten Einfluss vom Mittelmeer. Klimatisch bedingt unterscheidet man hier drei Bereiche. Baixo cargo , Cima Corgo und Douro Superior. Sind im Baixo Cargo noch Niederschlagsmengen von 900mm zu verzeichnen, schließt sich der humide und wärmere, für den Weinanbau bevorzugte Bereich mit 700mm Niederschlag an, um dann vom trockensten Teil in Richtung spanischer Grenze abgelöst zu werden. Stehen auf einigen Terrassen noch eine Mischkultur von bis zu 100 autochthonen Rebsorten, findet man im Gegensatz dazu Reihen die auf Anregung von Dirk Nieeport mit einer Rebsorte bepflanzt sind.

Geologisch datiert befinden wir uns auf einem sehr altem vulkanischem Gestein aus dem Präkambrium, einem unbarmherzig harten Gestein, der die Kultivierung der Rebstöcke so schwierig gemacht hat.

 

 
 

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